Fahrstunden Vor der ersten Fahrstunde Kurse Statistik Kontakt

Fahrstunden in Bern und Biel

Ansatz für 1 Lektion à 50Minuten:

Fr. 80.-


Auto: Honda "Jazz"

Anmeldung zur ersten Fahrstunde


Ich habe eine Frage

 

AUTOFAHREN IST SEHEN

Verkehrsspezifisches SEHEN entwickeln heisst, dass das Auge wichtige Informationen an unser Gehirn leitet, welche anschliessend in sinnvolle Reaktionen umgewandelt werden müssen.

Beispiel:
Sie bemerken ein dreijähriges Kind an der Hand seiner Mutter auf dem Trottoir gehend, kurz vor einem Fussgängerstreifen.

Erste Information des Auges: Kind, Mutter, Trottoir, Fussgängerstreifen.

Erste Einschätzung der Lage:

  • Kind = unberechenbar!
  • Das Kind gibt der Mutter die Hand.
  • Möglich, dass die beiden den Fussgängerstreifen überqueren.

Genügt diese erste Einschätzung, um sicher vorbeifahren zu können? Das Kind ist ja an der Hand der Mutter!

Nein, weitere Informationen müssen abgelesen respektive abgesehen werden, um richtig auf die Situation zu reagieren:

  • Konzentriert sich die Mutter auf das Kind?
  • Ist sie in eigenen Gedanken versunken oder lenkt sie sonst etwas ab?
  • Wohin ist ihr Blick gerichtet?
  • Geht sie schnell, geht sie gemütlich?
  • Nimmt sie den Verkehr wahr?
  • Wirkt sie gestresst oder ruhig?
  • Wie lebhaft ist das Kind? Hüpft es oder lässt es sich an der Hand der Mutter nachziehen?
  • Auf was ist seine Aufmerksamkeit gerichtet (auf die andere Strassenseite, auf einen Käfer...)?
  • Kommuniziert es mit der Mutter?

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wissen wir nach all diesen Beobachtungen, auf welche Art und Weise die beiden unterwegs sind und ob sie die Strasse überqueren oder nicht.

Schaut die Mutter zurück in unsere Richtung (meine Fahrbahn), dann wird sie mit grösster Wahrscheinlichkeit den Fussgängerstreifen überqueren wollen; zeigen ihre Füsse in Richtung Strasse, ist das ein weiteres Indiz dafür. Ebenso wird sie sich wahrscheinlich auf das Kind konzentrieren, damit es darauf vorbereitet ist, dass es gleich die Strasse überqueren wird.

Schaut die Mutter aber nach vorne läuft sie wohl auf dem Trottoir weiter. Wir sind nun gefordert, das Kind ständig zu beobachten, jedes Detail zu sehen und daraus Schlüsse zu ziehen. Es könnte ja sein, dass sich das Kind von der Hand der Mutter löst. Zum Beispiel zieht ein für uns unsichtbarer Käfer auf dem Trottoir das Kind in Bann und seine Aufmerksamkeit gilt "nur noch diesem Objekt. Es reisst sich los!
Nebenbei erwähnt: Das wiederum ist es, was an Kindern so fasziniert: Sie leben im Moment!

DIESES KLEINE BEISPIEL ZEIGT, WIE ANSPRUCHSVOLL DAS AUTOFAHREN IST.

Nebst den vielen nützlichen Verkehrsregeln liegt die Hauptaufgabe darin, die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zu beobachten und zu analysieren um dadurch frühzeitig Gefahren zu erkennen und richtig darauf zu reagieren.

Die Frage, die es zu beantworten gilt, lautet also: WER IST WIE UNTERWEGS?

Für mich ist es immer wieder erfreulich, wenn ich bei einem Schüler feststelle, dass er jetzt die Mitmenschen, sei es den entgegenkommenden Autofahrer, den unsicheren Fahrradfahrer oder den gestressten Fussgänger, zu beobachten beginnt. Er ist interessiert daran herauszufinden, auf welche Art und Weise seine Mitmenschen unterwegs sind. Das grenzt an ein "kleines Psychologiestudium". Probieren Sie einmal das obige Bild zu analysieren!

IN DIESEM SINNE FREUE ICH MICH, SIE AUF DEN FÜHRERSCHEIN VORZUBEREITEN!